Geht den Weg weiter, den Jesus euch vorgelebt hat

Ostermesse Kenyon

Liebe Schulgemeinschaft!
Wir haben die Emmausgeschichte gehört und vorgespielt bekommen. Für die zwei Jünger ist eine Welt zusammengebrochen, sie sind enttäuscht und wütend. Denn Jesus ist am Kreuz gestorben und zu Grabe getragen worden. Und in diese Situation hinein sagt jemand, dieser Jesus sei auferstanden!

Die zwei Jünger können das zuerst nicht glauben. Ich denke auch viele von uns stellen sich die Frage: Wie ist das mit der Auferstehung? Wie ist das möglich? Nicht wenige Menschen bezeichnen den Glauben an die Auferstehung als unlogisch oder als Blödsinn.

Unsere Welt ist oftmals so von den Naturwissenschaften geprägt, dass viele sagen: Das ist einfach unmöglich! Doch die Rückfrage ist dann: Welche Vorstellung habe ich von Gott? Ist mein Gott vermenschlicht, an alle Naturgesetze gebunden und darf genau so viel tun, wie ich ihm erlaube? Oder ist Gott der Schöpfer der Welt, allmächtig und immer größer, als ich ihn mir denken kann?

Traue ich also Gott zu, dass er Wunder und Unvorstellbares wie die Auferstehung tut? Meine ganz persönliche Antwort ist: Ja, Gott ist größer als ich ihn mir vorstellen kann, Gott liebt die Menschen, Gott ist stärker als der Tod, Gott erweckt Jesus zu neuem Leben und verheißt auch jedem von uns neues Leben.

Im Theaterstück über die Emmausgeschichte sagt der Fremde einige wichtige Dinge: „Jesus hat gesagt, dass er auch da sein wird, wenn er tot ist“. Jesus lebt, er begleitet mich auf meinem Weg, wie er die Jünger von Emmaus begleitet hat. Auferstehung heißt nicht, dass es in dieser Welt keine Not, kein Leid und keinen Streit mehr gibt – wir kennen das alle nur allzu gut. Es gibt die täglichen Sorgen und Unsicherheiten. Jeder von uns hat in irgendeiner Weise ein Kreuz zu tragen.

Hier habe ich eines der bunten Klassenkreuze aus der Schule, die mir gut gefallen. Denn Jesus hat dem Kreuz eine neue Bedeutung gegeben. Ja, es gibt so manches Schwierige in meinem Leben. Doch ich vertraue darauf, dass es ein „Happy end“, Auferstehung, gibt! Das drücken diese bunten Farben aus. Tod und Leid haben nie das letzte Wort, sondern Leben und Freude.

Noch ein dritter Gedanke: Im Theaterstück sagt Jesus: „Geht den Weg weiter, den Jesus euch vorgelebt hat“. Wie geht das? Ich erkläre das gerne mit einem berühmten Zitat von Don Bosco, das sicher viele von euch aus dem Religionsunterricht kennen: „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen.“

„Fröhlich sein“: Ostern und die Auferstehung schenken uns Hoffnung, einen positiven Blick auf das Leben und die Sicherheit des „Happy end“. Somit ist die Botschaft Jesu wirklich eine frohe Botschaft.

„Gutes tun“: Diese frohe Botschaft verändert mein Leben. Ich habe sie empfangen und möchte sie weitergeben, zum Beispiel durch ein Lächeln, meine wohltuende Präsenz unter anderen Menschen oder durch gute Taten. Es gibt viele Möglichkeiten Gutes zu tun: zu anderen in meiner Klasse, gegenüber meinen Eltern und Geschwistern, gegenüber Menschen in Not. So wie ich mich freue, wenn andere mir etwas Gutes tun, bemühe auch ich mich, anderen eine Freude zu machen.

„Die Spatzen pfeifen lassen“ meint, mit einer gewissen Gelassenheit durchs Leben zu gehen. Uns begegnet immer wieder Schweres im Leben; Situationen, in denen wir nicht weiterwissen; Konflikte, die scheinbar unlösbar sind. Bei allem ist die Frage, wie ich auf die Dinge schaue. Das Sprichwort „Das Glas ist halb voll und nicht halb leer“ kennt jeder und sagt einiges aus. Auf die gleiche Wirklichkeit kann ich vom Negativen her schauen oder vom Positiven. Ostern und die Auferstehung sind ein Impuls für uns, mit einem positiven, wohlwollenden Blick und mit Gottvertrauen auf die Situationen in unserem Leben zu schauen.

Drei Dinge sind es, die ich jedem von uns Wünsche: (1) Dass ich Gott zutraue, dass er auch in meinem Leben Wunder wirken kann, wie er Jesus neues Leben geschenkt hat; (2) dass Jesus das Kreuz, das ich im Leben zu tragen habe, mitträgt und es so zu einem bunten, leichteren Kreuz macht; (3) und dass ich mir den berühmten Satz Don Boscos zu Herzen nehme: „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen“. Amen.

(Schulmesse zu Ostern, 26. April 2019, AHS Kenyongasse, verwendete Bibelstelle: Lukas 24,13-35)

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