Namen, Namen, Namen

Formular mit Namenseingabe

Liebe Schwestern und Brüder in Christus!
Welchen Namen würdet ihr dem Jahr 2020 geben? Das verlorene? Das traurige? Das lehrreiche? Das angstmachende? Das weltverändernde? Das außergewöhnliche?

Es fällt uns allen wahrscheinlich gar nicht so leicht, nur einen Namen dafür zu finden. Es ist ein bisschen das eine und ein bisschen das andere. Ähnlich schwierig ist es oft für werdende Eltern, einen Namen für ihr Kind auszuwählen. Es gibt viele Namen, die schön klingen, einzelne Namen haben eine besondere Bedeutung im Familienkreis. Es ist die Entscheidung der Eltern, welchen Namen sie geben.

Maria hat den Namen für ihren Sohn nicht selbst ausgewählt. Der Engel Gabriel hat ihr bei der Verkündigung der Geburt einen Namen genannt, wie wir es soeben gehört haben: „Ihm sollst du den Namen Jesus geben.“ (Lukas 1,31) Der Name Jesus bedeutet „Gott rettet“. Namen, egal ob für eine Person oder für ein Jahr, haben immer eine tiefere Bedeutung – und darüber möchte ich heute sprechen.

In den Bibelstellen sind uns mehrere Namen begegnet, die alle eine tiefere, symbolische Bedeutung haben. Da waren in der Lesung David und Natan. David heißt „Geliebter“, Natan heißt übersetzt „Gott hat gegeben“. Im Evangelium haben wir von Gabriel, Maria und Elisabeth gehört. Gabriel heißt „Gott ist mein Held“, Maria „die von Gott Geliebte“ und Elisabeth „Gott ist Fülle“. Interessant ist, dass in den Namen dieser biblischen Hauptfiguren Gott oft vorkommt. Es sind Aussagen über Gott oder über die Beziehung zwischen Gott und dem Menschen. Namen, egal ob für eine Person, für ein Jahr oder für sonst etwas, haben immer eine tiefere Bedeutung. Diese Bedeutung kommt durch die direkte Übersetzung oder durch den persönlichen Inhalt, den ich einem Namen gebe.

Über unseren eigenen Vornamen konnten wir nicht mitentscheiden, den haben andere für uns ausgewählt. Der eine ist mit diesem Namen sehr zufrieden, die andere vielleicht nicht so. Es war und ist unsere Aufgabe, diesen Namen akzeptieren zu lernen, oder mit der Zeit vielleicht sogar zu lieben. Ebenso wenig aussuchen können wir manche Ereignisse, die passieren oder gesundheitliche Umstände, die uns als Gesellschaft in diesem Jahr hart getroffen haben.

Was wir aber sehr wohl selber entscheiden und wählen können, ist welchen Blick wir auf diese Ereignisse haben, welchen Namen wir ihnen geben. War 2020 einfach nur ein schlechtes Jahr? Oder gibt es in diesem außergewöhnlichen Jahr gleichzeitig vieles, für das ich dankbar bin? Die Frage, die ich heute mitgeben möchte, ist: Welchen Namen gebe ich dem Jahr 2020?

Wir stehen kurz vor dem Geburtsfest Jesu. Der Name Jesus heißt übersetzt „Gott rettet“. Gott wird Mensch. Gott will uns begegnen. Gott will uns Heil und Rettung schenken. Das wünsche ich uns allen für dieses Weihnachtsfest, dem wir entgegen gehen. Amen.

(20.12.2020, Vierter Adventsonntag in Mieders, verwendete Stellen aus der Heiligen Schrift: 2 Samuel 7, 1-5.8b-12.14a.16 und Lukas 1, 26-38)

Ein Kommentar zu „Namen, Namen, Namen

  1. Vergelts Gott für Deinen besinnlichen und zu Nachdenken anregenden Beitrag. Wünsche Dir und allen Menschen, einen schönen vierten Advent.

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