Erstkommunion und Emmaus

Pfarrkirche Neustift

Liebe Erstkommunionkinder, liebe große Feiergemeinde!
An euch, liebe Kinder, habe ich zwei Fragen, eine leichte und eine schwere. Zuerst die leichte: Wie viele Personen sind nach Emmaus gegangen, zu denen dann Jesus dazu gekommen ist? Ja, stimmt! Es waren zwei, es hat geheißen: „Zwei seiner Freunde“. Und jetzt die schwere Frage: Wie waren die Namen der zwei? Die Frage ist so schwer, dass nicht einmal die Erwachsenen eine Antwort wissen. In der Geschichte kommen die Namen nicht vor. Vielleicht hat Lukas absichtlich keine Namen genannt, obwohl er es wusste. Denn so bleibt es offen und wir könnten andere Namen einsetzen. Diese zwei Personen, das könntest auch du oder du oder du oder ich sein! Ausgehend von dieser Geschichte habe ich drei Wünsche an euch am Tag eurer Erstkommunion:

(1) Die zwei, die nach Emmaus gegangen sind, waren in diesem Moment traurig. Denn ihr guter Freund Jesus war gestorben. Sie erzählen sich davon und so fällt es ihnen leichter es anzunehmen. Für diese zwei aus der Geschichte könnten wir unsere Namen einsetzen. Du und dein bester Freund, du und deine Patin oder du und deine Oma. Ich wünsche euch, dass ihr immer jemand an eurer Seite habt, um die schönen und die traurigen Erlebnisse zu teilen. Es tut gut, jemand das zu erzählen, was mich freut. Es hilft, mit jemand darüber zu reden, was mich ärgert oder mir Sorgen macht. Ich wünsche euch immer einen lieben Menschen an eurer Seite, mit dem ihr über alles reden könnt.

(2) Die zwei sind in diesem Moment traurig, doch dann kommt Jesus zu ihnen. Jesus, der gestorben ist, er lebt, er ist auferstanden. Jesus schenkt ihnen neuen Mut, er gibt ihnen neue Kraft. Für die zwei könnten wir auch unsere Namen einsetzen. Jesus möchte auch dein und mein Freund sein, er möchte auch dir und mir ganz nahe sein.

Doch die Freundschaft mit Jesus ist ein bisschen anders, denn wir sehen ihn ja nicht. Unsere Verbindung zu Jesus ist das Gebet und die Kommunion. Wenn wir beten, sprechen wir mit Jesus, egal ob zu Hause vor dem Essen oder vor dem Schlafengehen, in der Schule oder in der Kirche. Wenn wir die Kommunion, die heilige Hostie, in der Kirche essen, dann ist uns Jesus ganz nahe. Ich wünsche euch, dass jeder von euch sagt: Ich möchte, dass Jesus mein Freund ist! Und dass ihr euch immer wieder Zeit für Jesus nehmt – beim Gebet oder wenn ihr die heilige Hostie in der Kirche empfängt.

(3) Wie ist die Geschichte weitergegangen? Als die zwei in Emmaus ankommen, laden sie Jesus ein, bei ihnen zu bleiben. Ihr kennt das sicherlich auch: Wenn Gäste bei euch zuhause sind, dann wird alles schön geschmückt und es gibt etwas Besonderes zu essen. Jesus war der Gast der zwei. Es war wie ein kleines, spontanes Fest. Sie haben miteinander gegessen, viel geredet und hatten eine schöne Zeit miteinander. Ich wünsche euch heute ein schönes Fest mit euren Familien. Und ich wünsche euch, dass ihr oft ein Fest feiert, euch in der Familie Zeit nehmt füreinander und alles mit den Gästen teilt.

Liebe Erstkommunionkinder, wir haben heute die Geschichte gehört, in der zwei Freunde Jesu nach Emmaus gehen und dann Jesus treffen. Am heutigen Festtag habe ich drei Wünsche: (1) Ich wünsche dir, dass du immer einen lieben Menschen an deiner Seite hast, mit dem du über das Schöne und Schwere reden kannst. (2) Ich wünsche dir, dass Jesus für dich immer mehr zu einem Freund wird, dem du im Gebet und in der heiligen Hostie begegnest. (3) Und ich wünsche dir nicht nur heute ein schönes Fest, sondern dass ihr in der Familie euch oft Zeit füreinander nehmt und alles miteinander teilt. Amen.

(14.4.2024, Pfarrkirche Neustift, Erstkommunion, verwendete Stelle aus der Heiligen Schrift: Lukas 24,13-35)