Liebe Jugendliche, liebe versammelte Gemeinschaft!
In dem Abschnitt aus der Bibel, den wir soeben gehört haben, hat Jesus zu seinen Jüngern gesagt: „Ich habe euch Freunde genannt“ (Johannes 15,15). Freundschaften sind für uns alle sehr wichtig. Ich lade euch ein, über eure Freundschaften kurz nachzudenken. Bitte setzt euch gemütlich hin und schließt eure Augen! Wählt aus eurem Freundeskreis bitte eine Person aus. Ich werde euch jetzt ein paar Fragen stellen. Bitte versucht diese in euren Gedanken zu beantworten:
- Wie habt ihr euch kennengelernt? Das könnte sein, weil eure Familien befreundet sind, weil ihr in der Nachbarschaft wohnt, weil ihr gleiche Interessen habt oder weil ihr in die gleiche Schulklasse geht.
- Was schätzt du besonders an der anderen Person? Vielleicht den Humor, das offene Ohr, oder eine bestimmte Fähigkeit.
- Was habt ihr gemeinsam erlebt? An welche schönen, unvergesslichen Momente erinnerst du dich? Hat es auch schwere Stunden gegeben?
Bitte öffnet jetzt wieder die Augen. Das Motto der Firmlingswallfahrt in diesem Jahr ist „Geh-tragen“, also ein Wortspiel aus „gehen“ und „tragen“. Das passt super zu Freundschaften, denn mit einem guten Freund oder einer guten Freundin gehe ich gemeinsam durchs Leben und wir tragen uns gegenseitig. Ich habe in den letzten Tagen herumgefragt, was denn ganz zentral für Freundschaften ist. Drei Begriffe kamen dann sofort: (1) Vertrauen: Man kann auf die andere Person in jedem Moment zählen, man vertraut sich Geheimnisse an. (2) Unterstützung: Wenn ich Hilfe brauche, kann ich mich jederzeit melden, jemand ist für mich da. (3) Zeit: Gerade heute ist Zeit sehr wertvoll. Gemeinsame Zeit tut gut und stärkt die Freundschaft.
Freundschaften zwischen Menschen tragen durchs Leben und sind wie ein Auffangnetz für uns. Jesus sagt, dass auch er ein Freund für uns sein möchte. Wie geht das, mit Gott befreundet zu sein? Denn ich kann ihn nicht sehen und bekomme keine direkten Antworten, wenn ich etwas sage.
Für Gott, der uns das Leben geschenkt hat, ist jeder und jede wertvoll. Auch wenn wir ihn nicht sehen und hören, möchte er uns nahe sein. Bei der Freundschaft mit Jesus ist trotzdem vieles gleich wie bei anderen Freundschaften. Auch da zählen Vertrauen, Unterstützung und Zeit. Sehen und hören können wir Jesus nicht, aber sehr wohl spüren. Er möchte uns nahe sein in unserem Leben, er möchte uns tragen in schönen und schweren Momenten. Jesus möchte dein und mein Freund sein. Amen.
(Firmlingswallfahrten 2024 der Diözese Innsbruck, Jugendgottesdienst, verwendete Stelle aus der Heiligen Schrift: Johannes 15,12-17, Foto: Diözese Innsbruck/Reinhold Sigl)