Mini-Tag: Wir Minis sind super!

Mini-Tag im Oktober 2024 in Matrei im Osttirol

Liebe Minis! Liebe Begleitpersonen! Liebe Schwestern und Brüder im Glauben!
Für mich ist es wunderbar heute in so einer großen, jungen, dynamischen, fröhlichen Gemeinschaft Gottesdienst zu feiern. Bei Mini-Tagen wie heute erlebt ihr, dass es in allen Pfarren Minis gibt und dass wir eine große Gemeinschaft sind. Danke, dass ihr bei den Minis seid! Ich möchte jetzt ein kleines Experiment machen und ausprobieren, ob euer Miteinander im Laufe des heutigen Tages gewachsen ist. Ich werde einen Satz beginnen und ihr werdet ihn gemeinsam und laut vervollständigen. Wenn ich sage: „Wir Minis“, sagt ihr gemeinsam und laut „sind super!“. Also probieren wir es aus: [Ich: „Wir Minis“, alle: „sind super!“].

Während der Predigt werde ich es wiederholen und ihr antwortet dann. Ich möchte heute mit euch darüber nachdenken, was der Dienst als Minis mit unserem normalen Leben zu tun hat.

(1) Zuerst die Gabenbereitung: Da bringt ihr Minis Brot und Wein zum Altar, also Essen und Trinken für alle. Wir leben in einem wohlhabenden Land und müssen dankbar sein für unser tägliches Essen. Wir wissen, dass es nicht allen Kindern in der Welt so gut geht und dass viele nicht genug zum Leben haben. Wir wollen, dass sich das ändert, doch wir fragen uns zugleich: Kann ich überhaupt etwas tun? Ist das nicht eine Überforderung für uns?

Im heutigen Evangelium hörten wir von einem Mann, der Jesus faszinierend findet. Jesus sagt zu ihm: Teile, was du hast, mit den Armen! Ein Satz, der dazu passt und mir gut gefällt ist: Tu, was du kannst, Gott macht den Rest! „Tu, was du kannst“ kann heißen: Ich teile mit anderen. Ich gehe sorgsam mit Essen um. Ich werfe kein Essen weg. Ich achte darauf, dass Essen nicht schlecht wird. Und dann kommt noch der zweite Teil „Gott macht den Rest“ dazu. Das heißt ich vertraue darauf, dass Gott unterstützt und hilft. Schauen wir, ob ihr es jetzt laut und gemeinsam schafft: [Ich: „Wir Minis“, alle: „sind super!“]

(2) Kommen wir zur Wandlung: Da läuten Minis mit den Glocken, um auf das Wichtige hinzuweisen, das gerade passiert: Aus normalem Brot und Wein wird Leib und Blut Christi. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber für mich ist es manchmal schwer zu erkennen, was wirklich wichtig ist. Denn es gibt verschiedenste Stimmen, die sagen: Genau das ist wichtig! Mit Werbung will mir eine Firma ein bestimmtes Produkt verkaufen. Und vielleicht brauche ich das gar nicht. Wenn wir viel Zeit verlieren mit Unwichtigem, haben wir nicht die nötige Zeit für das wirklich Wichtige.

In der Lesung war die Rede von der Weisheit. Die Weisheit wird dort beschrieben als wichtiger als Reichtum, Gesundheit und Schönheit. Weisheit hat man nicht einfach, sondern sie kommt Schritt für Schritt, ich lerne aus Fehlern, die Weisheit wächst. Was ist wichtig? Das bedeutet für mich, dass ich mich für ein gutes Leben für mich und andere einsetze. Ganz konkret kann das sein, dass ich mithelfe für den Schutz der Natur, für Frieden, für einen respektvollen Umgang miteinander, für weniger Ungerechtigkeiten und es würde noch viel mehr Beispiele geben.

Es braucht viel Weisheit, um das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden. Neben der Klarheit über das, was wichtig ist, braucht es aber auch das konkrete Tun. Tu, was dir möglich ist, wie ich es vorher schon gesagt habe. Also: [Ich: „Wir Minis“, alle: „sind super!“]

(3) Als drittes sind mir noch Freude und gutes Miteinander beim Ministrieren eingefallen. Menschen haben einmal über ihren Pfarrer gesagt: „Er redet über die frohe Botschaft Jesu, schaut aber immer so traurig, das passt nicht zusammen.“ Habt ihr das auch schon mal erlebt? Ich finde zur Botschaft Jesu gehört ein frohes Gesicht und ein Lächeln. Denn wir haben die Hoffnung aus unserem Glauben, dass sich Schwieriges zum Guten verändern wird. Zu den Minis sage ich immer wieder bei meinen Gottesdiensten: Es muss nicht alles perfekt sein, wichtig ist dein Lächeln. Neben der Freude ist das Miteinander wichtig. Ein Mini allein, das soll nicht sein. Gemeinsam geht es besser, gemeinsam ist es schöner. Ich hoffe, dass ihr in eurer Gruppe der Ministrantinnen und Ministranten eine gute Gemeinschaft seid. Schaffen wir es jetzt noch besser? [Ich: „Wir Minis“, alle: „sind super!“]

Mir sind für den heutigen Mini-Tag drei Dinge eingefallen, bei denen ich eine Verbindung vom Ministrieren und dem alltäglichen Leben sehe: (1) Mit der Gabenbereitung verbinde ich das Teilen und den sorgsamen Umgang mit Essen und Trinken. (2) Mit dem Läuten bei der Wandlung verbinde ich, dass wir das Wichtige erkennen und uns dafür einsetzen. (3) Beim Ministrieren sind die Freude und das gemeinsame Tun wichtig. Versuchen wir es noch ein letztes Mal: [Ich: „Wir Minis“, alle: „sind super!“]. Danke, dass war sehr gut! Amen.

(12.10.2024, Mini-Tag in Matrei in Osttirol, 28. Sonntag im Jahreskreis B, verwendete Stellen aus der Heiligen Schrift: Weisheit 7,7–11 und Markus 10,17–27, Fotocredit: Katholische Jungschar Innsbruck/Andreas Stocker)