Sicher, fokussiert und aktiv in den Advent

Radiomesse zum Advent Schiausrüstung

Liebe versammelte Gemeinde, liebe Mitchristen verbunden über Radio, liebe Kinder, liebe Schwestern und Brüder im Glauben!
Mit dem heutigen Tag beginnt die Vorbereitungszeit auf Weihnachten. Gerne erinnere ich mich an meine eigene Kindheit zurück. Meine Eltern, meine zwei Brüder und ich haben uns an vielen Abenden im Advent um den Adventkranz versammelt und gemeinsam gesungen und gebetet. Mir hat sehr gut gefallen, was die Kerze heute am Beginn der Messe gesagt hat: „Endlich darf ich leuchten, wo es dunkel ist. Ich kann wärmen, wo es kalt ist.“

Nicht nur eine Kerze schenkt Licht und Wärme. Wir alle haben den Auftrag, unseren Mitmenschen Licht und Wärme zu schenken: in der Familie, am Arbeitsplatz, in der Schule und im Kindergarten, und dort, wo die Not am größten ist. Egal ob alt oder jung, wir können durch viele kleine Taten der Liebe anderen eine Freude machen – so wird das Miteinander stärker, so wächst das Reich Gottes. Der Apostel Paulus hat an die Gemeinde in Tessalonich geschrieben: „Der Herr lasse euch wachsen und reich werden in der Liebe zueinander.“

Wir sind am Beginn des Advents und wir hatten auch hier in Innsbruck schon den ersten Schnee. Viele von uns gehen gerne Schifahren und so habe ich drei Dinge meiner Ausrüstung mitgebracht. Damit verbunden sind drei Wünsche für diesen Advent:

(1) Da ist ein Helm. Er schützt den Kopf bei Stürzen und gibt somit Sicherheit. Ich erinnere mich an einen ziemlich wilden Sturz als Kind. Ich bin hingefallen, habe einen Schi verloren und die Schispitze ist auf meinem Kopf aufgeschlagen. Mein großes Glück war der Helm, obwohl es damals noch nicht so üblich war wie heute. Ein Helm schützt in Extremsituationen. Die erste Lesung war aus dem Buch Jeremia. Wir haben von einem Versprechen Gottes an uns Menschen gehört. Gott verspricht Gerechtigkeit, Rettung und Sicherheit. Ich wünsche euch am Beginn dieses Advents, dass Gott wie ein Schutzhelm für jeden von uns ist und uns Sicherheit gibt.

(2) Das ist meine Schibrille. Sie schützt die Augen bei Wind und Wetter. Das helle Glas verbessert die Sicht, wenn es trüb ist. Nehmen wir an es ist schönes, sonniges Wetter: Wenn ich nach einer Fahrt über die gleiche Schipiste drei Menschen frage, was sie alles gesehen haben, bekomme ich sicherlich drei verschiedene Antworten. Wir sehen jeden Tag so viel, dass wir nicht alles wahrnehmen oder die Dinge für jeden unterschiedlich wichtig sind. Ich wünsche euch am Beginn dieses Advents mit der Schibrille, dass ihr einen klaren Blick habt, also den richtigen Fokus – für das wirklich Wichtige im Leben und für Menschen, die Hilfe benötigen.

(3) Hier ist ein Schistock. Er hilft beim Anschieben und verbessert das Gleichgewicht. Im Leben ist es wichtig, nie stehen zu bleiben, sondern immer in Bewegung zu sein. Ebenso wichtig ist, dass die Richtung stimmt. Wenn ich mich beim Schifahren mit einem Freund bei der Talstation der Gondelbahn treffen möchte, dann gibt es meist mehrere Möglichkeiten dorthin zu kommen. Wie oft im Leben gibt es nicht nur den einen Weg, sondern viele Wege ans Ziel. Doch es gibt auch Irrwege, die anderswohin führen.

Das Evangelium macht deutlich, dass es eine zweifache Ankunft ist, die wir erwarten. Die erste Ankunft ist jene in der Krippe in Bethlehem: Gott wird Mensch als kleines, verletzliches Kind. Die zweite Ankunft ist jene am Ende der Zeiten, denn Gott ist mächtiger als alle Kräfte und Zeichen der Erde. Ich wünsche euch am Beginn dieses Advents, dass ihr euch vorbereitet auf die Begegnung mit Jesus zu Weihnachten. Das Jesuskind kommt in die Welt und möchte auch dir und mir von Herz zu Herz begegnen.

Zum ersten Adventsonntag habe ich drei Gegenstände meiner Schiausrüstung mitgebracht. Damit verbunden sind drei Wünsche: Mit dem Helm: Gott möge euch schützen und Sicherheit geben. Mit der Schibrille: Schaut genau hin, um das Wichtige nicht zu übersehen und für andere Menschen da zu sein. Und mit dem Schistock: Geht mutig weiter in eurem Leben und seid offen für die Begegnung mit Jesus. Amen.

(1.12.2024, ORF-Radiogottesdienst, Pfarre St. Pius X. in Innsbruck, 1. Advent C, verwendete Stellen aus der Heiligen Schrift: Jeremia 33,14-16; 1 Thessalonicher 3,12-4,2; Lukas 21,25-28.34-36)