Pfingsten: Da berühren sich Himmel und Erde

Rosenblätter am Kirchenboden, KI-generiert

Liebe Schwestern und Brüder im Glauben!
„Da berühren sich Himmel und Erde“ heißt es in einem bekannten Kirchenlied. Mir gefällt dieses Bild. Himmel und Erde, Gott und Mensch, Ewigkeit und Zeit berühren sich. Genau das wird am heutigen Pfingstfest sichtbar.

(1) Beginnen möchte ich mit dem Ostertag, von dem wir heute im Evangelium gehört haben. Johannes erzählt uns, dass die Jünger Angst haben: „Aus Furcht hatten sie die Türen verschlossen.“ (Joh 20,19) Die Jünger ziehen sich zurück. Sie sind enttäuscht, verunsichert und wissen nicht, wie es nach dem Tod Jesu weitergeht. Plötzlich ist der Auferstandene mitten unter ihnen und begrüßt sie mit: „Friede sei mit euch!“

Das ist ein Moment, in dem sich Himmel und Erde berühren. Der Auferstandene kommt mitten hinein in die Angst und, in die Unsicherheit der Jünger. Gott bleibt nicht fern im Himmel. Er kommt den Menschen ganz nahe.

Dann haucht Jesus die Jünger an und sagt: „Empfangt den Heiligen Geist!“ (Joh 20,22) Das erinnert an die Schöpfungsgeschichte. Gott haucht dem Menschen den Lebensatem ein. Der Heilige Geist schenkt neues Leben.

(2) Jetzt kommen wir zum Ende der Osterzeit, zum Pfingstfest heute, von dem die Apostelgeschichte berichtet. Wieder berühren sich Himmel und Erde. Da ist Sturm, Feuer und Dynamik. Der Heilige Geist kommt auf die Jünger und Jüngerinnen herab. Und plötzlich geschieht etwas Erstaunliches: Menschen aus vielen Ländern hören sie in ihrer eigenen Sprache sprechen (vgl. Apg 2,8).

Pfingsten bedeutet: Der Heilige Geist verbindet Menschen. Der Heilige Geist überwindet Grenzen. Menschen verstehen einander neu. Gerade heute erleben wir oft das Gegenteil. So vieles trennt Menschen: unterschiedliche Meinungen, politische Spannungen, Kriege, Konflikte in Familien. Oft reden Menschen übereinander statt miteinander. Oft wird schnell verurteilt. Pfingsten ist die Einladung, Brücken zu bauen.

Der Heilige Geist schenkt die Kraft, aufeinander zuzugehen. Er schenkt Mut, neue Schritte zu wagen. Die Jünger und Jüngerinnen sind erfüllt vom Heiligen Geist und erhalten den Auftrag, Gottes große Taten zu verkünden.

(3) „Da berühren sich Himmel und Erde“ damals. Auch heute berühren sich Himmel und Erde immer wieder, hier und jetzt bei uns, in unserem Leben: Dort, wo Menschen einander zuhören. Dort, wo jemand Versöhnung ermöglicht. Dort, wo einer sagt: „Ich bin für dich da.“ Dort, wo sich Knoten im Leben lösen. Dort, wo neue Brücken zwischen Menschen und Gruppen wachsen.

Zu Ostern tritt Jesus in die verschlossenen Räume hinein. Zu Pfingsten gehen die Jünger und Jüngerinnen hinaus in die Welt. „Da berühren sich Himmel und Erde“: Dieses Wort gilt nicht nur für damals, es gilt auch heute. Gott möchte auch unser Leben mit seinem Frieden, mit seiner Hoffnung und mit seinem Geist berühren.

Bitten wir heute um den Heiligen Geist, um den Mut Brücken zu bauen und Frieden zu stiften. So kann durch uns etwas von Gottes Himmel auf dieser Erde erfahrbar und sichtbar werden. Amen.

(24.5.2026, Pfarrkirche Fulpmes, verwendete Stellen aus der Heiligen Schrift: Apostelgeschichte 2,1-11 und Johannes 20,19-23, Bild mit Rosenblätter KI-generiert)

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