„Dienst“ durchbuchstabiert

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Liebe Freunde!
Vor dem Altar liegt ein Buchstabensalat. Es gibt den Ausspruch: „Das musst du für dich selber durchbuchstabieren.“ Etwas durchbuchstabieren heißt so viel wie genau durchdenken, auf mich anwenden, mir das Wichtige herausnehmen.

Ich finde, wir sollten uns öfters die Zeit nehmen um etwas durchzubuchstabieren. Das hilft bei Entscheidungen. Das hilft mit der wertvollen Zeit gut umzugehen. Es gibt viele große Themen: Freundschaft, Friede, Jesus, Liebe, Gebet oder Berufung. Jedes einzelne dieser großen Wörter wäre es wert durchzubuchstabieren und mir genau zu überlegen: Was bedeutet das für mein Leben?

Im heutigen Evangelium begegnet uns auch so ein großer Begriff. Jesus ist enttäuscht, dass die Jünger nichts Besseres zu tun haben als zu diskutieren, wer von ihnen der Größte und Beste ist. Er hingegen möchte ihnen etwas ganz Existentielles sagen und kündigt ihnen seinen Tod an. Jesus sagt dann: „Wer der erste sein will, soll der Letzte von allen und der Diener aller sein.“ (Markus 9,35) Das große Wort, das Jesus verwendet, ist der Dienst. Was bedeutet es heute eine Dienerin, ein Diener zu sein?

Ich werde es nun durchbuchstabieren. Dienst besteht aus sechs Buchstaben. Am Anfang habe ich es mir leicht gemacht. D und I stehen für „Dienst heißt“. Ich habe gleich ein bisschen geschummelt und bei heißt das I als mittleren Buchstaben herausgenommen. Zu den weiteren vier Buchstaben habe ich Begriffe gefunden.

E steht für „Empfange zuerst!“: Bevor wir etwas für andere tun und dienen, sind wir Empfangende. Das Leben ist ein Geschenk, unsere Familie, unsere Freunde, unser sicheres Land. Gott möchte uns jeden Tag neu beschenken. Diesen Schatz, den wir empfangen haben, geben wir dann weiter.

N steht für „Nütze deine Stärken!“: Es passiert mir und sicherlich auch vielen von euch, dass wir uns viel zu sehr mit unseren Schwächen beschäftigen. Ein paar Grundkompetenzen brauchen wir alle, aber darüber hinaus gilt: Nütze deine Stärken! Mach deine Talente fruchtbar! Entwickle deine Stärken weiter, anstatt zu sehr auf das zu schauen, was du nicht so gut kannst.

S steht für „Sei wach!“: Mit offenen Ohren und offenen Augen nehmen wir wahr, was um uns passiert. So erkennen wir, wem und wo wir dienen sollen. Wir hören viele Hilferufe und Bitten, manche Nöte sind aber kaum wahrzunehmen. Doch wie entscheiden, was davon wichtig ist? Nicht selten passiert es, dass nicht der meine Hilfe am dringendsten braucht, der am lautesten schreit. Wahrnehmen und Unterscheiden sind wichtig.

T steht für „Teile!“: Jeder von uns besitzt einen großen Schatz, an materiellem und auch an immateriellem. Teilen macht uns nicht ärmer, sondern reicher! Teilen schenkt andern ein Lächeln, teilen vertieft Beziehungen und lässt Vertrauen wachsen. Jesus lädt uns ein großzügig im Teilen zu sein. Jesus lebt uns vor, beim Teilen manchmal auch die Grenze der eigenen Wohlfühlzone zu überschreiten. Teilen kostet mich etwas. Und trotzdem: Teilen macht die Welt ein Stück humaner und lebenswerter.

Das waren jetzt meine vier Assoziationen zu Dienst: Empfange zuerst; Nütze deine Stärken; Sei wach und Teile. Nehmt euch in den nächsten Tagen Zeit um dieses Wort oder auch ein anderes für euch durchzubuchstabieren. Das schenkt Klarheit. Das bringt euch weiter. Amen.

(25. Sonntag im Jahreskreis B, 23.9.2018, verwendete Stelle aus der Heiligen Schrift: Markus 9, 30-37, gehalten bei der Jugendmesse „Mit Don Bosco Sonntag feiern“, Bild: pixabay.com-blickpixel)

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